Archivnewsletter No. 18
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„Sicherheit wird hier großgeschrieben.“
Annika Erikssons Videoinstallation Arbeitswelt (2003)
Seit Ende Juni ist die Einzelausstellung and order von Annika Eriksson im Kunstverein München zu sehen. In Collagen, Dioramen und Bewegtbildarbeiten beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Verhältnis zwischen Menschen und Tieren, Beobachten, Befehlen und Kümmern. Vor knapp 25 Jahren eröffnete Annika Eriksson zum ersten Mal eine Einzelpräsentation im Kunstverein. Eine solche Rückkehr ist in der jüngeren Geschichte des Kunstvereins eine Seltenheit. Seit den Ausstellungen von Ruth Kiener-Flamm 1975 und 1977 wurde kein*e Künstler*in erneut zu einer zweiten Einzelpräsentation eingeladen. 2003 zeigte Annika Eriksson die Videoinstallation Arbeitswelt: ein Portrait von 55 Mitarbeiter*innen des Rückversicherungsunternehmens Swiss Re und der Büroarchitektur, in der sie arbeiteten. Arbeitswelt war Teil des mehrjährigen Formats Dispositiv Workshops (2002–2004), zu dem Künstler*innen eingeladen wurden, mit Gruppen und Institutionen in München zu kooperieren und die entstandenen Arbeiten innerhalb oder außerhalb des Kunstvereins zu präsentieren.[1]
Am Donnerstag, 16. Juli um 19:30 Uhr wird Arbeitswelt in der Theatiner Filmkunst gezeigt, mit einem anschließendem Gespräch zwischen Annika Eriksson und der Kuratorin und Autorin Juliette Desorgues. Tickets für die Veranstaltung sind auf der Website der Theatiner Filmkunst erhältlich.
„Meine Arbeiten sind häufig Portraits von Individuen, die Teil einer Gruppe sind, Menschen in kollektiven Situationen also, wie zum Beispiel an verschiedenen Arbeitsplätzen. Vor fast vier Jahren habe ich ein Video mit Angestellten des Moderna Museet in Stockholm aufgenommen. Das Video ist für viele der Mitarbeiter noch immer ein Ausgangspunkt für Diskussionen über den Arbeitsplatz und ihr Verhältnis bzw. ihre Rolle innerhalb der Institution/Firma. […]
In meinem Projekt mit Swiss Re möchte ich auf ähnliche Weise vorgehen: Ich hoffe, dass das Projekt auch hier als anregender Diskussionshintergrund für die Mitarbeiter funktionieren kann. Ich bin mir sicher, dass wir schon in wenigen Jahren das in dem Projekt entstandenen Material und die angeführten Meinungen mit anderen Augen betrachten werden.“[2]
Im Austausch mit der Assistenzkuratorin Tessa Praun beschreibt Annika Eriksson 2002 ihr Interesse an dem Portraitieren von Menschen in ihren Arbeitskontexten. Die Videos Staff at Moderna Museet (2000), Staff at Malmö Konstmuseum (2001) und Staff at the 25th Bienal de São Paulo (2002) beginnen mit der Aufnahme eines leeren Raumes.[3] Nach und nach treten Mitarbeiter*innen vor die Kamera. Sie stellen sich mit ihrem Namen und ihrer Position vor und suchen sich im Anschluss einen Platz im Raum. So entstehen Gruppenportraits, die einen inszenierten Blick auf die Teams der jeweiligen Institutionen eröffnen. Arbeitswelt wurde als umfangreicheres Projekt konzipiert, in dem nicht eine Gruppe, sondern Einzelpersonen portraitiert werden. Um die Angestellten von Swiss Re zu interviewen, verbrachte Annika Eriksson im Oktober 2002 mehrere Tage vor Ort. Sie bat die Mitarbeiter*innen, ihr ihren Lieblingsplatz im Gebäude zu zeigen, sich selbst und ihre Tätigkeiten vorzustellen sowie die Frage zu beantworten, welche Bedeutung der Begriff „Sicherheit“ für sie hat.[4]
Arbeitswelt versammelt die Perspektiven von 55 Mitarbeiter*innen, die in verschiedenen Positionen im Unternehmen tätig waren. Reinigungspersonal, Manager*innen und Sicherheitsbeauftragte werden durch ihre Berichte sowohl in ihrer Rolle als Beschäftigte*r des Unternehmens als auch als Individuum mit persönlichen Einschätzungen, unterschiedlichen Klassenhintergründen und privaten Beziehungen sichtbar. Sie sprechen über die Architektur und die Arbeit vor Ort in München, thematisieren aber auch, wie aktuelle globalpolitische Ereignisse wie die Terroranschläge am 11. September 2001 in New York City und am 12. Oktober 2002 auf Bali ihr persönliches Sicherheitsempfinden beeinflussen.
Das Bürogebäude, eine Stahl-Glas-Konstruktion des Architekturbüro BRT (Bothe Richter Teherani Architekten), und der Garten der Landschaftsarchitektin Martha Schwartz wurden erst ein knappes Jahr zuvor fertiggestellt, sodass die Mitarbeiter*innen in einer für sie relativ neuen Umgebung interviewt wurden.[5] Auch die Struktur des Unternehmens hatte sich kurz zuvor verändert: 2001 wurde die Bayerische Rück in die Swiss Re eingegliedert, eines der weltweit größten Rückversicherungsunternehmen.[6]
Die Angestellten waren Anfang der 2000er Jahre also sowohl mit dem Wechsel von einem lokalen zu einem globalen Arbeitgeber als auch mit der Veränderung der Arbeitsumgebung konfrontiert. Die daraus resultierenden Verunsicherungen wissen viele während der Interviews hinter einem professionellen Lächeln zu verbergen und äußern sich dabei oftmals positiv über die Architektur. „Ich habe eigentlich keinen Lieblingsort in diesem Gebäude. Es ist insgesamt faszinierend, egal wo man sich gerade befindet”[7], sagt ein Personalmanager. Ein paar wenige Mitarbeiter*innen formulieren allerdings auch Kritik: „Man kann sich nirgendwo zurückziehen, nirgendwo ganz man selbst sein“, sagt einer und ein anderer vergleicht das Gebäude mit einem Hochsicherheitstrakt in einem Gefängnis. Dass das Gefühl, überwacht zu werden, nicht nur aus der durchlässigen Architektur resultiert, sondern eine technologische Grundlage hat, wird in dem Interview mit dem Gebäudemanager deutlich: „Wir werfen nun einen Blick auf die Gebäudeleittechnik. Hier sehen Sie praktisch alle Bewegungen, alle Temperaturen und alle technisch relevanten Details des Gebäudes. Sie können sehen, wer das Gebäude betritt, wer ein Fenster öffnet oder schließt und ob die Klimaanlage eingeschaltet ist oder nicht. Diese Leittechnik bietet Ihnen einen umfassenden Überblick. Sicherheit wird hier großgeschrieben.“[8] Im Plauderton eröffnet eine Mitarbeiterin eine andere Perspektive auf die Frage, welche Bedeutung der Begriff „Sicherheit“ für sie hat: „Absolute Sicherheit gibt es nicht. Und genau das ist unsere Aufgabe, wir beschäftigen uns hier mit Risiken, und genau das macht die Arbeit hier so spannend. Denn Risiken gibt es überall. Es tauchen ständig neue Risiken auf – sonst wären wir alle arbeitslos. Sicherheit ist also nicht unbedingt das Beste für uns.“[9]
Etwa ein Jahr nach dem Dreh, vom 11. bis 23. Oktober 2003, wurde Arbeitswelt im Kunstverein München sowie in einem Aufenthaltsraum in dem Bürogebäude von Swiss Re gezeigt.[10] Im Kunstverein war eine Drei-Kanal-Video-Installation als Loop im Ausstellungsraum zu sehen. Zwei Projektionen zeigten die Interviews, die andere Aufnahmen der Architektur. Im Gebäude von Swiss Re wurden die Interviews in einem Aufenthaltsraum auf einem Monitor gezeigt. Arbeitswelt wurde von Swiss Re nicht für die firmeneigene Kunstsammlung angekauft.[11]
In einer Review zur Ausstellung geht der Kunstkritiker Frans-Josef Petersson auf die gesellschaftliche und politische Dimension von Arbeitswelt ein: „Erikssons Arbeit bezieht ihre Faszination aus einer Art alltäglicher Identifikation“, schreibt er. „Während dieser alltägliche ‚Realismus‘ subtile, manchmal fast unsichtbare Zeichen von Hierarchien und Machtverhältnissen in einem bestimmten Kontext offenlegt, kann er gleichzeitig auch als Untersuchung der politischen Konsequenzen dieser Verhältnisse im weiteren Sinne verstanden werden.“[12] Dass die Veränderung des Unternehmens und der Arbeitsumgebung der Mitarbeiter*innen vor Ort von der Konzernspitze ausging, von einer „unsichtbaren Macht“[13] wie Petersson schreibt, ist der zentrale Subtext vieler Interviews. Arbeitswelt ist somit sowohl ein Portrait der Beschäftigten als auch eine Dokumentation eines Arbeitsortes an einem historischen Wendepunkt. Anstatt sich auf die sichtbaren Zeichen einer neuen Unternehmensordnung zu konzentrieren, beobachtet Eriksson mit einem gewissen bitteren Beigeschmack die schwer fassbaren Wege, auf denen dieser Wandel den Alltag beeinflusst und sich in Sprache, Gewohnheiten, Unsicherheit und den Rhythmen der Arbeit selbst niederschlägt.
Text: Leona Koldehoff
Lektorat: Tom Engels
Korrektorat: Senta Gallant
Leona Koldehoff arbeitet seit 2025 als Archivarin im Kunstverein München. Bei Fragen zum Archiv schreiben Sie gern an leona@kunstverein-muenchen.de.
[1] Insgesamt fanden in der Zeit von 2002 bis 2004 sechs Dispositiv Workshops mit den Künstler*innen und Kollektiven Oda Projesi, Katya Sander, Ruth Kaaserer und Rikrit Tiravanija sowie das Colloquium on Collaborative Practices mit B+B (Sarah Carrington, Sophie Hope), D.A.E. (Donostiako Arte Ekinbideak: Peio Aguirre, Leire Vergara), Donostia-San Sebastián, Freie Klasse (Hermann Hiller, Ralf Homann), Haus Selba (Freie Klasse UdK, Johannes Raether), KMKK (Róza El-Hassan, Emese Süvecz), Konst2 (Rodrigo Mallea Lira, Ylva Ogland, Jelena Rundquist), Transformers (Doris Mampe, Kim Nekarda), Version (Ciprian Muresan), Cluj Napoca und xurban (Hakan Topal) statt. Siehe: „The Dispositive Workshop Series“. In: Maria Lind, Søren Grammel, Katharina Schlieben, Judith Schwarzbart, Ana Paula Cohen, Julienne Lorz, Tessa Praun (Hg.), Spring Fall 02 04. Gesammelte Drucksachen. Collected Newsletters, München 2004, S. 210.
[2] E-Mail-Austausch zwischen Annika Eriksson und Tessa Praun, 24. September 2002, Archiv Kunstverein München e.V., Signatur: KM-KOE-188.
[3] Staff at the 25th Bienal de São Paulo (2002) wurde im Rahmen der Reihe Es ist schwer das Reale zu berühren im Herbst 2002 im Kunstverein München gezeigt. Siehe: Søren Grammel, „Es ist schwer das Reale zu berühren“, in: Maria Lind u.a. 2004, S. 120–121.
[4] Fax an die Mitarbeiter*innen von Swiss Re, 2. Oktober 2002, Archiv Kunstverein München e.V., Signatur: KM-KOE-188.
[5] „Hinter schwebenden Hecken. Eröffnung des ‚Swiss-Re‘-Gebäudes in München“, unter: https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Eroeffnung_des_Swiss-Re_-Gebaeudes_in_Muenchen_10491.html (abgerufen 16. April 2026).
[6] Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerische_Rückversicherung (abgerufen 26. Juni 2026). Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Swiss_Re (abgerufen 26. Juni 2026).
[7] Transkription des Interviews mit Mathias Boeck, in: Sara Arrhenius, Friedrich Meschede (Hg.), Works by Annika Eriksson, Frankfurt/Main 2005, S. 66.
[8] Transkription des Interviews mit Peter Kreuzeder, in: Arrhenius/Meschede 2005, S. 66.
[9] Transkription des Interviews mit Monika Selmeier, in: Arrhenius/Meschede 2005, S. 68.
[10] Pressetext zu Arbeitswelt, Archiv Kunstverein München e.V., Signatur: KM-KOE-200a.
[11] Aussage von Annika Eriksson im Gespräch mit Tom Engels im Juni 2026.
[12] Frans-Josef Petersson, “How safe is safe enough?”, in: NU-E magazine #3, 25. Februar 2004, Archiv Kunstverein München e.V., Signatur: KOE-KUN-200a.
[13] Ebd.
“Security is written with a capital S here.”
Annika Eriksson’s Video Installation Arbeitswelt (2003)
Annika Eriksson’s solo exhibition and order has been on view at Kunstverein München since the end of June. Through collages, dioramas, and moving-image works, the artist explores the relationship between humans and animals, as well as the acts of observing, commanding, and caring. Nearly 25 years ago, Annika Eriksson held her first solo presentation at the Kunstverein. Such a return is a rarity in the Kunstverein’s recent history. Since Ruth Kiener-Flamm’s exhibitions in 1975 and 1977, no other artist has been invited back for a second solo presentation. In 2003, Annika Eriksson presented the video installation Arbeitswelt: a portrait of 55 employees of the reinsurance company Swiss Re and the office architecture they worked in. Arbeitswelt was part of the multi-year program Dispositiv Workshops (2002–2004), which invited artists to collaborate with groups and institutions in Munich, and the resulting works were presented either within the Kunstverein or elsewhere.[1]
On Thursday 16 July, at 7:30 pm, Arbeitswelt will be screened at Theatiner Filmkunst, followed by a conversation between Annika Eriksson and the curator and writer Juliette Desorgues. Tickets for the event are available on the Theatiner Filmkunst website.
“My works are often portraits of individuals who are part of a group, in other words people in collective situations, such as various workplaces. Almost four years ago, I shot a video with employees of the Moderna Museet in Stockholm. For many of the staff, that video is still a starting point for discussions about the workplace and their relationship to, or role within, the institution/company. […]
In my project with Swiss Re, I would like to proceed in a similar way: I hope that here the project can also serve as a stimulating backdrop for discussion among the employees. I am certain that in just a few years, we will see the material collected in the project and the opinions expressed in it with different eyes.”[2]
In a 2002 exchange with assistant curator Tessa Praun, Annika Eriksson describes her interest in portraying people in their work contexts. The videos Staff at Moderna Museet (2000), Staff at Malmö Konstmuseum (2001), and Staff at the 25th Bienal de São Paulo (2002) all begin with a shot of an empty room.[3] One by one, employees step in front of the camera. They introduce themselves by name and role, then find a place for themselves in the room. This creates group portraits that offer a staged view of the teams at the respective institutions. Arbeitswelt was conceived as a more extensive project that portrays individuals rather than a group. To interview the employees at Swiss Re, Annika Eriksson spent several days on site in October 2002. She asked the employees to show her their favorite spot in the building, to introduce themselves and their work, and to answer the question of what the term “security” means to them.[4]
Arbeitswelt brings together the perspectives of 55 employees working in a range of positions within the company. Cleaners, managers, and security officers give accounts about their roles as employees of the company and also about themselves, as individuals with personal views, diverse class backgrounds, and private relationships. They discuss the architecture and their work on-site in Munich, but also address how current global political events—such as the terrorist attacks in New York City on 11 September 2001 and in Bali on 12 October 2002—influence their personal sense of security.
The steel-and-glass office building designed by the architectural firm BRT (Bothe Richter Teherani Architekten) and the garden designed by landscape architect Martha Schwartz had been completed less than a year before, so the employees were being interviewed in an environment that was relatively new to them.[5] The company’s structure had also changed shortly before: in 2001, Bayerische Rück was integrated into Swiss Re, one of the world’s largest reinsurance companies.[6]
In the early 2000s, employees were thus confronted with both the transition from a local to a global employer and changes to their work environment. During the interviews, many managed to hide the resulting uncertainties behind a professional smile, often speaking positively about the office architecture. “I don’t really have a favorite place in this building. It’s fascinating in general no matter where you are,”[7] says one HR manager. However, a few employees also voiced criticisms. According to one speaker, “There is nowhere to withdraw, nowhere to be yourself,” while another compares the building with the high-security wing of a prison. In an interview with the building manager, it becomes clear that the feeling of being surveilled isn’t just a result of the building’s transparent architecture but is also rooted in its technological infrastructure: “We are now looking at the building control technology. Here you see virtually all movements, all temperatures, all technical details relating to the building. You can see who enters the building, who opens or closes a window, whether or not the air condition is on. You can see a lot through this control technology. Security is written with a capital S here.”[8] In a chatty tone, another employee offers an alternative perspective on what the term “security” means to her: “Absolute security doesn’t exist. And that is our job, we work here with risk and that is what makes it so exciting to work here. Because risks are everywhere. There are always new risks, or else we’d all be unemployed. So security is not necessarily the best thing for us.”[9]
From 11 to 23 October 2003, roughly a year after filming, Arbeitswelt was shown at Kunstverein München and at the Swiss Re office building.[10] At the Kunstverein, the work was installed in the exhibition space as a three-channel video installation shown on a continuous loop. Two projections presented the interviews, while a third displayed footage of the office building’s architecture. At Swiss Re, the interviews were shown on a monitor in a lounge. Swiss Re did not acquire Arbeitswelt for its corporate art collection.[11]
In a review of the exhibition, art critic Frans-Josef Petersson elaborated on the social and political dimensions of Eriksson’s Arbeitswelt: “Her work derives its fascination from a kind of everyday identification. […] Simultaneously, while this everyday ‘realism’ exposes subtle, sometime nearly invisible, signs of hierarchies and power relations in a specific context, it can also be seen as an investigation of the political consequences of these relations in a larger sense.”[12] The fact that the company’s restructuring and the employees’ on-site work environment were only decided at the corporate level—by an “invisible power”[13] as Petersson calls it—is the central subtext of many interviews. Arbeitswelt is thus both a portrait of the employees and a documentation of their workplace at a historic turning point. Rather than focusing on the visible signs of a new corporate order, Eriksson observes—with characteristic wryness—the intangible ways in which this transformation influences everyday life, manifesting in language, habits, uncertainty, and the rhythms of work itself.
Text: Leona Koldehoff
Editing: Tom Engels
Proofreading: Senta Gallant
Translation: Stanton Taylor (Good & Cheap Art Translators)
Leona Koldehoff has been working as an archivist at Kunstverein München since 2025. If you have any questions about the archive, please feel free to email leona@kunstverein-muenchen.de.
[1] In total, six Dispositiv Workshops were held between 2002 and 2004 with the artists and collectives Oda Projesi, Katya Sander, Ruth Kaaserer and Rikrit Tiravanija as well as the Colloquium on Collaborative Practices with mit B+B (Sarah Carrington, Sophie Hope), D.A.E. (Donostiako Arte Ekinbideak: Peio Aguirre, Leire Vergara), Donostia-San Sebastián, Freie Klasse (Hermann Hiller, Ralf Homann), Haus Selba (Freie Klasse UdK, Johannes Raether), KMKK (Róza El-Hassan, Emese Süvecz), Konst2 (Rodrigo Mallea Lira, Ylva Ogland, Jelena Rundquist), Transformers (Doris Mampe, Kim Nekarda), Version (Ciprian Muresan), Cluj Napoca and xurban (Hakan Topal). See “The Dispositive Workshop Series,” in Maria Lind, Søren Grammel, Katharina Schlieben, Judith Schwarzbart, Ana Paula Cohen, Julienne Lorz, Tessa Praun, eds., Spring Fall 02 04. Gesammelte Drucksachen. Collected Newsletters, Munich 2004, pp. 210.
[2] E-mail exchange between Annika Eriksson and Tessa Praun, September 24, 2002, Archiv Kunstverein München e.V., call number: KM-KOE-188.
[3] Staff at the 25th Bienal de São Paulo (2002) was screened at the Kunstverein München in the fall of 2002 as part of the series It Is Hard to Touch the Real. See Søren Grammel, “It is hard to touch the real,” in Maria Lind et. al., eds., 2004, pp. 120-121.
[4] Fax to the Swiss Re employees, October 2, 2002, Archiv Kunstverein München e.V., call number: KM-KOE-188.
[5] “Hinter schwebenden Hecken. Eröffnung des ‚Swiss-Re‘-Gebäudes in München,” see https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Eroeffnung_des_Swiss-Re_-Gebaeudes_in_Muenchen_10491.html (accessed April 16, 2026).
[6] See https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerische_Rückversicherung (accessed June 26, 2026). See https://de.wikipedia.org/wiki/Swiss_Re (accessed June 26, 2026).
[7] Transcript of the interview with Mathias Boeck, in: Sara Arrhenius, Friedrich Meschede, ed., Works by Annika Eriksson. Frankfurt/Main 2005, pp. 66.
[8] Transcript of the interview with Peter Kreuzeder, in: Arrhenius, Meschede 2005, pp. 66.
[9] Transcript of the interview with Monika Selmeier, in: Arrhenius, Meschede 2005, pp. 68.
[10] Press release for Arbeitswelt, Archiv Kunstverein München e.V., call number: KM-KOE-200a.
[11] Statement by Annika Eriksson in a conversation with Tom Engels in June 2026.
[12] Frans-Josef Petersson, “How safe is safe enough?”, in NU-E magazine #3, 25. Februar 2004, Archiv Kunstverein München e.V., call number: KOE-KUN-200a.
[13] Ibid.