The Imaginary Museum

14. Juli 2012 – 9. September 2012

Becky Beasley, Eric Bell & Kristoffer Frick, Oliver Laric, Mark Leckey, Simon Martin and Ed Atkins, James Richards, Jimmy Robert, Sean Snyder.

Die Ausstellung The Imaginary Museum verknüpft Arbeiten junger Künstler mit einer ortsspezifischen Installation antiker Gipsabgüsse. Das Display der Abgüsse rekonstruiert eine Installationsansicht, die 1932 in den Räumen des heutigen Kunstvereins – damals war dort das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke beheimatet. Ganz beiläufig verschränkte der Fotograf zwei Arten der Reproduktion miteinander – Abgussverfahren und Fotografie –, die im 20. Jahrhundert, einer von der Moderne geprägten Ära, schwierig zu verbinden waren. Durch das anachronistische Moment, das solche Sammlungen auszeichnete, und die Wertlosigkeit, die dem Material innewohnt, führte die Gipskopie innerhalb des kritischen Diskurses nur ein Schattendasein.

In dem für die Ausstellung publizierten Text Das imaginäre Museum der Gipsabgüsse unterzieht nun der Kunsthistoriker Sven Lütticken Abgusssammlungen und deren Einfluss auf die Vorgehensweisen zeitgenössischer Künstler hinsichtlich ihres Umgangs mit Referenzen auf Bildquellen sowie deren Reproduktionen ausüben, einer Neubewertung.

The Imaginary Museum nimmt diesen Text als Ausgangspunkt für eine Untersuchung über die Bedeutung von Gipsabgusssammlungen innerhalb einer zeitgenössischen Kunstproduktion.

Supported by Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke, München

The exhibition is funded by:
Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
British Council

Suspended closure, suspended

by Jimmy Robert


A desire to be lead, just for your information

No discursive option since the adversaries are invisible

An open plan to clearly balance judgements

Automatic responses to organised pleasure

Structuring abstractions to imitate logic

Denying emotions nonetheless or rather intentionally

Gendering abilities to negotiate a path

Radical juxtapositions, yes radical juxtapositons

Allow the patriarchal figure to fade in

Please do not turn back

Allow yourself to slightly despise myths and constructs

Have your cake and eat it

Yes we can, yes we can…so we might just

The show must go on

‘Walk in an exaggerated manner around the perimeter of a square’

‘We’re nightclubbing, we walk like a ghost, we learn dances, brand new dances’

You are just ‘a slave to the rhythm’

 

Pursue beauty to its lair and slay it in amorous transports

Rouge noir garlands as though in a hurry, suddenly cornered at the foot of a

concrete slab

 

voicing uneven words of discontent

Helping masses of shapeless ideas to filter through

Decide for yourself and render the images sharper

Find comfort in the formulaic

Negating years of radicalism, showing society its spectacle once again

Identifiable references are bound to please, think of western subjectivity

The sole vivid note, now collapsing into a fathomless pit

 

Top, bottom or maybe versatile

Sophisticated range of submission or domination

The pink truth of positions

Observe the hyper-sensitivity of a brain fried by nitrates

Enjambements and other literary devices, do highlight the distance between us

Dishevelled hirsute after love

Suspended closure, suspended

Das imaginäre Museum der Gipsabgüsse
Sven Lütticken

In ganz Europa kann man die verstreuten Überreste dessen sehen, was einst einen bedeutenden Aspekt der europäischen Kultur ausmachte – die Gipsabgusssammlungen antiker (zumeist griechischer oder römischer) Skulpturen. Im 19. Jahrhundert noch allgegenwärtig, stufte die Moderne sie dann aber zu etwas Peinlichem herab, zu etwas total Altmodischem und Unkünstlerischem, das mit lebendiger Kunst nichts zu tun habe. Im 19. Jahrhundert hingegen, im „Goldenen Zeitalter“ der Abgusssammlungen, kamen ihnen zwei zentrale Funktionen zu: Zum einen vermittelten sie der allgemeinen Öffentlichkeit im Museumskontext einen Überblick über die Geschichte der Skulptur, die eine Sammlung mit Originalen so nie hätte bieten können. Zum anderen waren sie im Akademiekontext für die Studenten Studienobjekte, die es zu kopieren und denen es damit letztlich nachzueifern galt. In den Jahrzehnten um 1900 liefen diese beiden einander überlappenden Funktionen dann aber Gefahr, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

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Einführung

Bart van der Heide

In der Ausstellung The Imaginary Museum (Das imaginäre Museum) verknüpft der Kunstverein München Arbeiten junger Künstler mit einer ortsspezifischen Installation antiker Gipsabgüsse aus dem Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke in München.

Das Display der Statuen rekonstruiert eine Installationsansicht, die 1932 in einem der Räume des heutigen Kunstvereins München aufgenommen wurde. Damals fungierte er als Ausstellungsraum der Gipsabgusssammlung und präsentierte die Kopien antiker Statuen. Ganz beiläufig verschränkte der Fotograf zwei Arten der Reproduktion miteinander – Abgussverfahren und Fotografie –, die im 20. Jahrhundert, einer von der Moderne geprägten Ära, schwierig zu verbinden waren. 

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