Nicolas Ceccaldi

25. April 2014 – 15. Juni 2014

Für seine erste Einzelausstellung in einer öffentlichen Kunstinstitution hat Nicolas Ceccaldi einen ganz neuen Werkkomplex geschaffen. Er war für längere Zeit in München, um seine Arbeiten extra für die vier miteinander verbundenen Ausstellungsräume des Kunstvereins München zu entwickeln, in denen neben einer Installation mit Geweihen auch eine neue Serie mit „multisensorischen“ Bildern und Giclée-Drucke auf Leinwand zu sehen sein werden.

Als Ausgangspunkt seiner Ausstellung hat Ceccaldi ein Poster gestaltet, das Hinweise auf den AusstellungstitelRed Winegibt. Es zeigt ein gespenstisch anmutendes, stark beschnittenes und digital verzerrtes Bild einer Figur, die in ihrer ausgestreckten Hand ein Medikament in Form einer roten Pille darreicht. Mit dieser Kombination aus Titel und Bild wird eine Analogie hergestellt, die zwar unvollständig ist, aber neugierig macht und innerhalb der Ausstellung in thematischer wie formaler Hinsicht fortgesetzt wird. Die symbolische Bedeutung dieser „roten Pille“ ist durch den Film Matrix von 1999 sehr populär geworden, vor allem durch eine Schlüsselszene des Films, in der sich die Hauptfigur zwischen einer roten und einer blauen Kapsel entscheiden muss. Letztere würde es der Person erlauben, in der künstlich geschaffenen, virtuellen Welt der Matrix zu bleiben, wohingegen die rote Pille sie in die echte Realität zurückbringt, in der die Menschen als Sklaven von Maschinen dahinvegetieren. In der Cyberwelt ist der Begriff „Red Pill“ ebenfalls weitverbreitet und steht hier für eine bestimmte Haltung, die sich durch Klarheit und geistige Unabhängigkeit auszeichnet. Während das Bild also für einen aufgeklärten Zugriff auf die Realität steht, verweist der Titel Red Wine demgegenüber auf einen Rauschzustand, der es ermöglicht, der Realität zeitweilig zu entkommen.